Meine erste Woche in Israel!

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Gerade sitze ich im Freien bei meiner gerade bezogenen Unterkunft und genieße die Aussicht. Meine ganze erste Woche in Israel  jedoch, vom 27. bis 31., durfte ich zusammen mit anderen Freiwilligen am Willkommensseminar teilnehmen!

Die Ankunft der Voluntäre

Nach meiner Landung in Tel Aviv wurde ich, wie bereits geschildert, zusammen mit anderen Freiwilligen zum Rutenberg-Institut gebracht. Hier, in meiner Einsatzstelle, fand dass Willkommensseminar für Freiwillige des Deutsch-Israelischen Vereins, der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland und meiner Organisation, dem Deutschen Roten Kreuz statt.

Am 27. und 28. August trudelten nach und nach alle von uns ein, und schon am Montag begann das Seminar. Die ganze Zeit über wurden wir mit traumhaftem Essen (gerade im Vergleich zum DRK-Seminar in Deutschland) verwöhnt. Alle Frewilligen wurden für die Dauer des Seminares im Hostel direkt auf dem Gelände des Beit Rutenberg untergebracht, sodass wir direkt die grandiose Aussicht vom Carmel-Berg genießen durften. Von Montag bis Mittwoch hatten wir jeden Abend einen Crashkurs Hebräisch.

Dieses Seminar gehört übrigens zu den Bedingungen und Vorzügen eines FSJs im Ausland. So lernt man nicht nur viele andere deutsche Freiwillige schon kennen, sondern hat auch das Vergnügen einige wirklich interessante Leute zu erleben - dazu gleich mehr.

Der erste Seminartag - Es werde Licht!

Der erste Vortrag war besonders für meine vielen Mitfreiwilligen interessant, die später in einer Einrichtung für Autisten arbeiten sollten. Zwei Mitarbeiter der israelischen Organisation Alut, die viele Freiwillige in ihren Wohnprojekten einsetzt, schilderten das Prinzip der Einrichtungen und gaben einen kurzen Überblick darüber, was Autismus eigentlich bedeutet. Da fast alle der anderen Seminarteilnehmer später in ähnlichen Projekten eingesetzt werden sollten, begleitete uns dieses und verwandte Themen durch das ganze Seminar.

Am Abend wurden wir von Gabi Laufmann in israelischen Volkstänzen unterrichtet. Wer mich kennt, kann sich sicherlich meine eleganten Tanzschritte lebhaft vorstellen (Ich halte mein Ironieschild weit nach oben). Da in Israel jedoch traditionell schnell, kompliziert und in einem großen Kreis getanzt wird, hatte jeder von uns die Ehre, zur allgemeinen Erheiterung absolut aus dem Takt zu kommen. Sehr viel Spaß hatten wir auf jedenfall alle.

Der Strand von Haifa und der Nahostkonflikt

Am Dienstag brachte Motti Arbel uns den Umgang mit physisch aggressiven Autisten bei. Dabei soll sowohl die Würde als auch der Körper des Pflegers und des Bewohners intakt bleiben. Yossi Nachmani, ein früherer Mitarbeiter des israelischen Sicherheitsministeriums, führte uns in die Geschichte und momentane geopolitische Position Israels ein. Um uns nach diesen beiden eher ernsten Themen abzulenken, organisierte unsere wunderbare Betreuerin Silvi am Nachmittag einen Ausflug zum Strand. Für mich, bisher nur an die Nordsee gewohnt, war das warme Wasser und die Wellen besonders traumhaft.

Ein Märchen

Besonders beeindruckend war für mich ein Vortrag von Dr. Arnon Livjatan und seiner Frau Dalia. Dr. Arnon ist ein sehr charismatischer und begeisternder Mensch, der seit Jahrzehnten mit Autisten arbeitet, und immer noch voller Eifer dabei ist. Er und seine Ehefrau kannten sich bereits als Kinder, lebten sich auseinander und kamen zusammen, als Dalia mit ihrem Sohn aus erster Ehe bei Dr. Arnon um Hilfe bat. Kitschig wie ein Disneyfilm!

Silvis Mann Igal führte uns am Nachmittag in das Judentum ein. Als Kantor zeigte er uns eine Synagoge und beantwortete all unsere Fragen zu jüdischen Strömungen und Festen.

Ein weitere Highlight war unsere abendliche Führung durch Haifa. Über 500 Stufen leitete Avi Livjatan uns abseits der üblichen Touristenstrecken vom Carmelberg in die deutsche Kolonie am Hafen. Dabei begegneten uns auch diese Sprayer.

Nachts entfaltet Haifa seinen ganzen Charme.

Der nächste Schritt

Unser letzter Gast, Dani Maysel, hat sich auf Musik mit Autisten spezialisiert. Mit ungewöhnichen und selbst erfundenen Instrumenten durften wir experimentieren. Danis Enthusiasmus war ziemlich ansteckend!

Während die anderen Freiwilligen von ihren Einrichtungen abgeholt wurden, habe ich schnell meine Sachen aus dem Hostel in das Gästehaus Molada transportiert - zum Glück direkt auf der anderen Straßenseite. So nett die anderen Volunteers auch sind, freue ich mich über ein eigenes Bad und Zimmer!

Das war also meine erste Woche in Haifa. Lailatov und bis bald!