Unterwegs mit Journalisten: Radio und Street-Art

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Nach unseren Volontärs-Seminaren in den letzten Wochen haben wir gerade eine Gruppe deutscher Journalisten vom Pressenetzwerk PNJ zu Gast. Die deutsche Abteilung des Beit Rutenberg hat das Programm zum Thema "Jugend in Israel" organisiert, und Silvi oder ich begleiten unsere Gäste deshalb zu den meisten Terminen. Ich hatte das Glück, beim Ausflug nach Tel Aviv/Yaffo dabei sein zu dürfen.

Bei meinem letzten Ausflug nach Tel Aviv bin ich leider nicht bis Yaffo gekommen, was der ältere, arabische, meiner Meinung nach (noch) schönere Teil der Stadt ist. Das habe ich diesmal nachgeholt!

Das wichtigste Radio Israels...

Unsere erste Station war der Armeesender Galey Zahal und der Musiksender Galgalatz, beide in einem Gebäude in Tel Aviv untergebracht. Der Großteil der Mitarbeiter dort sind junge Soldaten. Die Vorstellung, dass 18-jährige ohne Ausbildung direkt nach der Schuleihre eigene Show moderieren, und damit bis zu 36% der israelischen Bevölkerung erreichen, ist ziemlich beeindruckend. Sowieso sind bis auf drei, vier Mitarbeiter alle dort maximal 21, aber die hohe Quote bestätigt wohl das dies kein Nachteil ist.

 

Wir wurden sehr freundlich empfangen und durch alle Abteilungen geführt, wo uns immer wieder Soldaten ihre Arbeit erklärt und Fragen beantwortet haben. Zum Abschluss wurden wir mit Essen überhäuft, worüber man sich als Volontär ja immer freut, und von Yoram, der uns zusammen mit Inbal durch den Sender führte, an den Strand von Yaffo geführt.

Ein Wort zur Unabhängigkeit des Senders: Sowohl Galey Zahal als Talksender als auch Galgalatz werden von der IDF (Israeli Defense Force) betrieben. Würde die Bundeswehr in Deutschland einen Sender betreiben, wäre das Vertrauen der Bevölkerung in die Unabhängigkeit der Berichterstattung wohl eher gering. In Israel wird hingegen gerade dieses Detail als Beweis für die Objektivität des Senders verstanden - zumindest bei der jüdischen Bevölkerung. Ein weiterer Beleg für die gigantischen Unterschiede zwischen Israel und Deutschland im Umgang mit seinem Militär.

Wie auch immer, es war sehr beeindruckend selbst in den Aufnahmeraum mitgenommen zu werden (während einer Livesendung!) und zu sehen, dass fünf junge Soldaten bestimmen, was ein Drittel der Bevölkerung für Musik hört beim Autofahren.

In den sterbenden Dschungel müsst ihr gehen...

Unser nächster Programmpunkt: Eine Street-Art-Tour mit Guy Sharett. Guy ist ein sehr faszinierender Mensch. Als studierter Soziolinguist hat er nach zwei Jahren bei Google angefangen, einen Podcast über Hebräisch zu produzieren, und seine Sprachvorliebe mit Touren durch die Straßen des Hipster-Viertels Florentin zu kombinieren.

Ursprünglich berühmt für seine Sofa-Werkstätten, ist Florentin heute ein bei Hipstern und Künstlern beliebtes Viertel. Ein Drittel des Gebiets wurde jedoch schon aufgekauft und soll bald zu Wohntürmen umgebaut werden, denen die alten Tischlereien und Wandkunstwerke dann weichen müssen, und auch der Rest des Viertels wird nicht ewig bleiben. Ähnliche Gentrifizierungsprozesse kennen wir ja leider auch aus deutschen Großstädten.

Buchstäblich jede Ecke dort ist von Künstlern bearbeitet worden. Im Dschungel der Gassen gibt es überall etwas zu entdecken, und ich kann jedem einen Besuch dort nur empfehlen. Auch die selbsterklärt kleinste Gallerie der Welt steht in Florentin.

Auch bei "meinen" Journalisten hat Guy´s Tour einen guten Eindruck hinterlassen. Haltet mal bei Cosmo nach einem Beitrag über ihn Ausschau... sollte auf der Website ein Video-Interview mit ihm auftauchen, ich habe das Mikro gehalten.

Das tolle Programm und unsere sehr sympathische Reisegruppe haben diesen Ausflug zu einem sehr schönen Tag gemacht! BTW, wir hatten 23° C... Und ihr so?

Akko, ein Ruinenhaufen mit Hummus

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Seit meinem letzten Beitrag ist schon etwas Zeit vergangen. Je nach Chaos-Level bei der Arbeit habe ich manchmal halt nicht die Zeit etwas zu schreiben (und manchmal passiert auch einfach nichts lesenswertes). Als kleine Entschädigung war ich dieses Wochenende an einem selbst für Israel-Verhältnisse alten und beeindruckenden Ort: Akko.

Ruinen auf Ruinen

Akko ist ziemlich, ziemlich alt. Anders als Haifa, das erst vor ca. 200 Jahren bedeutender wurde, haben sich um Akko schon vor mehr als 2000 Jahren Menschen geprügelt. Die älteste Erwähnung der Stadt stammt noch aus der Blütezeit Ägyptens (Danke, Wikipedia)! Diese Geschiche sieht und fühlt man in der Stadt. Die Altstadt besteht quasi aus einer Kreuzritter-Burg, auf deren Ruinen später die islamischen Herscher eine Festung bauten, auf deren Ruinen später die heutige Stadt entstand...

Die Stadt ist also quasi eine historische Schichttorte, und je tiefer man gräbt, desto älter die Mauern. Besonders beeindruckend ist die Hafenbucht, aus der noch die Fundamente der Kreuzritter-Burg aufragen.

Mehrere alte Kirchen und Moscheen vervollständigen den Traum jedes Historikers.

Manche Besucher scheinen dieses Erbe allerdings auf sehr seltsame Art und Weise gewürdigt zu haben...

Das beste Humus Israels?

In Haifa hat Akko die Hummus-Weltmeisterschaft gewonnen. Die Mehrheit der Israelis hier denken als erstes an Essen wenn es um Akko geht, und dann erst an die 3000 Jahre alte Geschichte. Sobald man die Umgebung der Stadt verlässt gilt zwar direkt ein beliebiger anderer Ort als Hummus-Meister, aber ich denke mal das funktioniert hier ähnlich wie der Wettbewerb ums beste Bier in Deutschland. Natürlich wollte ich trotzdem selbst testen, und habe mir von meinem Chef Amir eine Hummus-Quelle empfehlen lassen. Mir fehlt noch die Expertise, um das (?) Hummus im nationalen Ranking einzuordnen, aber es hat auf jedenfall gut geschmeckt.

Endlich Flachland!

Akko hat mir sehr gut gefallen, wozu neben der Geschichte und dem Essen noch ein weiterer Aspekt beigetragen hat: Akko ist flach. Obwohl ich mich an die Hügel Haifas gewöhnt habe, bleibe ich doch im Herzen ein Kind der Ebene...

Der Hügel am Horizont ist übrigens Haifa!

Ein Hippie-Camp im Nationalpark

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Dieses Wochenende war ich zusammen mit Laura, einer der Freiwilligen die ich letzte Woche in Kfar Saba besucht habe, im Carmel Nationalpark wandern. Davor fand jedoch von Mittwoch auf Donnerstag ein weiteres Fest statt (Shanah Tova), zu dem mich meine "Ober-Chefin" Silvi zum Essen eingeladen hat.  Mehr dazu und unseren Begegnungen mit Hippies, Hipstern und Hitchhikern in diesem Beitrag!

Shanah Tova first, Nationalpark second!

Shanah Tova markiert das Ende der momentanen Feiertagssaison. An Shanah Tova wird die Tora-Lesung des letzten Jahres beendet, und die Lesung des neuen Jahres begonnen. Aus diesem Anlass wird in den Synagogen getanzt und gefeiert, und wie bei fast jedem Fest ausgiebig gegessen. Silvi, quasi die Chefin meiner Chefs und fantastische Ansprechpartnerin für alle Freiwilligen, hat Claudia, Claudias Vor-Vorgängerin Bettina und mich spontan eingeladen und spontan ein kleines Bankett auf die Beine gestellt. Silvis Mann Igal hat uns von seiner Übernachtung in der Laubhütte nach Sukkot berichtet, und so hatten wir einen sehr schönen Abend.

Wo parken im Nationalpark?

Donnerstagabend, nachdem die Züge wieder rollten, ist Laura dann in Tel Aviv angekommen. Am Freitagmorgen sind wir mit dem Bus zur Universität von Haifa, dem Technion, gefahren. Von dort konnten wir einen ersten Blick auf die Hänge des Nationalparks werfen. Der "Carmel National Park" zieht sich von Haifa durch das ganze Carmelgebirge nach Süden, und besteht größtenteils aus strauchigen Hügeln und bewaldeten Wadis (Schluchten), immer mit Blick auf das Mittelmeer. Nachdem wir einen Weg aus dem Unigelände gefunden hatten, sind wir selbst eingetaucht in das Schluchtengewirr des Parks.

Unser Plan bestand im wesentlichen daraus, irgendwie einen Campingplatz zu finden, und am Samstag dann irgendwie zurück nach Haifa. Obwohl die Wanderwege sehr gut ausgeschildert sind, sucht man eine Übersichtskarte in Israel vergeblich. So haben wir uns mit einer Mischung aus Gefühl und Google Maps zurechtgefunden.

An diesem ersten Tag, in unmittelbarer Nähe zu Haifa, begegneten uns ziemlich häufig andere Wanderer. Insbesondere Pfadfindergruppen waren immer mindestens zu zweit in einem Wadi unterwegs, sodass es meistens etwas weniger still war als erwartet. Die Wege führten uns, teilweise mit kleinen Klettereinlagen, durch mehrere Schluchten in Richtung Beit Oren. Unser Ziel, der Campingplatz, sollte irgendwo in unmittelbarer Nähe dieses ehemaligen Kibbuz liegen.

Mitten in einer sehr engen Schlucht begegnete uns dabei dieses ungewöhnlich geparkte Fahrzeug. Die Schlucht war definitiv zu eng zum Autofahren, wer auch immer diesen Wagen dort hin gesteuert hat, ich hoffe er ist ausgestiegen bevor das Auto abgestürzt ist!

Hippies und Hipster

Am späten Nachmittag erreichten wir den Campingplatz. Dafür das wir ziemlich ohne Vorwissen diesen Ort ausgesucht hatten, haben wir ziemlich Glück gehabt. Das Personal des Platzes bestand größtenteils aus israelischen Freiwilligen. Die ganze Anlage hatte etwas hippiehaftes, unter anderem gab es ökologische Sanitäranlagen (=das Wasser wurde vor Ort wiederverwendet) und kleine Gartenflächen überall. Zum ersten Mal in Israel habe ich den Versuch einer Mülltrennung gesehen! Die Gäste haben das Konzept leider nicht wirklich verstanden, deswegen lag trotzdem auch im Kompost- und Glas-Container Plastik. Israelis sind keine guten Umweltschützer!

Die meisten Gäste waren junge Familien aus Tel Aviv, wohlhabend und hip. Es war ziemlich lustig als mich ein 40-Jähriger, erfolgreicher Architekt mit Kindern fragte, ob Fleisch in den organischen Müll gehört oder nicht doch zum Plastik. Wie gesagt, Israelis und Umwelt ist eine Geschichte für sich. Am Lagerfeuer sorgte unser Alter für Gesprächsstoff, da Israelis erst ihren Militärdienst absolvieren müssen nach der Schule.

Obwohl wir etwas gemütlicher hätten schlafen können, war der Campingplatz ein echter Glücksgriff. Uns wurde sogar angeboten, beim nächsten Mal für etwas Arbeit umsonst dort zelten zu dürfen. Wenn ich das nächste Mal wandern gehe, weiß ich wo ich zelte!

Irrungen, Wirrungen

Da wir am Vortag mit einem guten Zeitpuffer das Camp erreichten, wollten wir auf dem Rückweg einen kleinen Schlenker zu einem Aussichtspunkt machen, von dem Laura gehört hatte. So wanderten wir ein Stück weiter nach Süden auf den Berghängen, und wollten dann vom Aussichtspunkt zum Meer hinab. Leider fanden wir den Aussichtspunkt jedoch nicht. Dafür konnten wir aber auch vom Wanderweg aus einen guten Blick auf das Meer bekommen. In diesem Gebiet standen noch viele verkohlte Bäume, vermutlich vom letzten Waldbrand vor ein paar Jahren. Bei diesem Feuer kamen einige Menschen ums Leben und ein Großteil der Grünflächen brannte ab, große Teile der Flora hatten sich aber bei unserem Besuch schon regeneriert.

Irgendwann gaben wir die Suche nach der Aussichtsplattform auf. Der Weg zum Meer stellte uns vor einige Herausforderungen, und wir sind auf einem Berghang in eine Sackgasse gelaufen und mussten die Strecke zweimal wandern. Schlußendlich standen wir 200 Meter vom Strand entfernt - und zwischen uns eine Bahntrasse ohne Übergang weit und breit. Nach diesem Schlag entschlossen wir uns zur Rückkehr nach Haifa via Tramping (wir waren mittlerweile in bewohntem Gebiet angelangt). Überraschenderweise gabelte uns schon nach fünf Minuten ein Autofahrer auf. Er meinte, wir sähen nicht wie Araber aus, deshalb würden Leute auch anhalten. Außerdem hätten ihm in Deutschland auch Leute geholfen, jetzt wolle er den Gefallen erwiedern.

Während der anstrengenden Wanderung hatten wir irgendwann begonnen, uns mit der Vorstellung von Milchnudeln zu mobilisieren. Glücklicherweise hatte der arabische Supermarkt beim Molada noch auf, und so konnten wir diesen Tagtraum auch umsetzen. So fand unser schöner Ausflug einen passenden Abschluß. Den Carmel Nationalpark kann ich nur empfehlen!

Auf nach Tel Aviv!

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Wie ich bereits subtil angedeutet habe, war mein Plan für dieses Wochenende mein erster größerer Ausflug - Ich habe eine Freiwilligen-WG in Kfar Saba besucht, einem Vorort von Tel Aviv! Von dort aus bin ich dann weiter ins Herz der "Stadt der Jugend" vorgestoßen.

´Tschuu tschuu!!!

Von Mittwoch bis Donnerstag war bei uns ein weiteres Fest, Sukkot. Bei diesem "Laubhüttenfest" bauen die Juden in ihren Gärten in Erinnerung an den Auszug aus Ägypten die namensgebenden Strohunterstände auf. Diese bleiben dort eine Woche, bis zum "Simchat Tora". Dieses Fest erkläre ich euch aber erst, wenn´s soweit ist. In dieser Feiertagssaison kommt man gar nicht mehr hinterher mit seltsamen Bräuchen und gastfreundlichem Essen.

Am Mittwoch habe ich bereits meinen ersten Besucher empfangen. Frederick vom DRK aus Rishon hat bis zum Samstag in meinem Zimmer übernachtet. Eigentlich wollten wir am Mittwochabend noch etwas unternehmen, aber dem armen ging es leider nicht so gut. Natürlich freue ich mich trotzdem immer über Gäste, und Gastfreundschaft zahlt sich schließlich für jeden Freiwilligen aus.

Da an den Feiertagen (mal wieder) wenig los war auf den Straßen, bin ich erst am Donnerstag mit dem ersten Zug nach Kfar Saba gelangt - um 20 Uhr. Abgesehen von den Metalldetektoren und den Ticketpreisen (viel billiger als in Deutschland) unterscheidet sich Zugreisen in Israel nicht allzu sehr von Deutschland. Ich bin mir sogar ziemlich sicher, dass die Züge hier das gleiche Modell  wie die REs in Deutschland sind. Gegen 21:30 Uhr bin ich dann bei meinen Mitfreiwilligen in Kfar Saba angekommen.

Unsere barmherzigen Samariter

Meine Gastgeber wohnen zu fünft (hoffentlich habe ich mich nicht verzählt!) auf dem Gelände ihrer Arbeitsstelle in einer Wohnung. Von den WGs die ich bisher zu sehen bekommen habe (bzw. von denen mir erzählt wurde) ist diese definitiv die komfortabelste. Keine zweifelhaften Sanitäranlagen, kein Ungeziefer und sogar reichlich Platz für alle! Dank dem letzten Punkt war ich nicht der einzige Gast. Nick aus Rishon LeZion und Julian aus Jerusalem waren ebenfalls zu Besuch, und so hatten wir eine ziemlich nette Runde. Danke nochmal an unsere lieben Gastgeber, die trotz ihrer Arbeitszeiten gleich drei(!) Gäste gleichzeitig aufgenommen und sogar noch mit Essensresten aus der Einrichtung versorgt haben!

Unsere Gastgeber arbeiten alle in der gleichen  Einrichtung für Autisten, und helfen bei der Betreuung der "Friends". Im Vergleich mit meinen Aufgaben ist die Behindertenbetreuung allerdings etwas actionreicher!

Der Tel Aviv- Standard

Meinen ersten Ausflug nach Tel Aviv habe ich gegen Freitagmittag begonnen. Von der Busstation aus bin ich zuerst auf den Carmel-Markt gestoßen. Damit bin ich der touristischen Standardtour gefolgt. Obwohl der verwinkelte Markt mit seinen vielen Ständen und Schaustellern wirklich sehenswürdig ist, hat mich doch etwas gestört dass ich dort fast mehr Deutsch als Hebräisch gehört habe.

Durch die tunnelartigen Gassen des "Shuk" (Markt) bewegte ich mich auf den Tel Aviver Stadtstrand zu. Der Strand ist genau so cool wie der in Haifa, hat allerdings einen anderen "Vibe" durch seinen urbanen Charakter. Tel Aviv merkt man einfach an das es eine richtige Großstadt ist, kein 200.000 Seelen-Städtchen wie Haifa.

Meine temporäre Heimat ist zwar dank der Universität hier schon sehr jugendlich geprägt, kann jedoch an Hipstertum mit Tel Aviv nicht mithalten. Zufälligerweise war Melanie auch dieses Wochenende in Tel Aviv, und anscheinend fühlt diesen Unterschied nicht nur ich.

Ein außergewöhnlicher Abend!

Am Freitagabend, also zu Beginn des Shabbat (im Judentum beginnt und endet ein Tag Abends),  wird traditionell ein Shabbatmahl veranstaltet. Unverhoffterweise haben die Mitarbeiter der Einrichtung alle Freiwilligen eingeladen, mit ihnen und den Friends draußen in der Laubhütte an diesem Essen teilzunehmen - auch uns Gäste! Nick war schon abgereist, Julian und ich jedoch sind der Einladung gerne gefolgt. Ich als einziger Freiwilliger ohne Erfahrung mit den Friends (Julian hat sogar schon eine Ausbildung in dem Bereich) war vor meinem ersten Kontakt ziemlich nervös. Was, wenn ich einen der Friends aus Versehen aus seiner Routine werfe, oder ich eine geklatscht bekomme (das kommt wohl häufig vor)???

Meine Angst war jedoch unbegründet. Die "Friends" waren alle sehr lieb, und ich fand ihr Verhalten extrem spannend. Meistens sind sie einfach ziemlich kindisch, und das ist ziemlich süß. Die "Worker" waren sehr nett, und unsere "Volunteers" kann man gar nicht genug loben.

Das Shabbat-Mahl zeichnet sich dadurch aus, dass männliche Juden eine Kippa tragen, am Anfang ein Glas "Wein" (Traubensaft) getrunken wird, und sehr leckeres Brot gegessen wird. Daneben gibt es das wie gewohnt gute Feiertagsessen. Wenn die Feiertagssaison nicht bald endet, platze ich irgendwann vor lauter Braten und Humus.

Mein erster Shabbat-Abend zusammen mit den Friends - dass werde ich nicht so schnell vergessen!

Rastafari und das Bahnhofsviertel

Da an Shabbat erst ab 16 Uhr die ersten Busse wieder fahren, habe ich mich am Samstagvormittag dem gepflegten Nichtstun gewidmet. Die Zeit zwischen dem ersten Bus und dem letzten Zug (circa fünf Stunden) habe ich am Abend nochmal in Tel Aviv verbracht. Dank Secret Tel Aviv, der wichtigsten Website für alle Besucher Tel Avivs, habe ich auf dem Rothschild-Boulevard noch eine Reggae-Session besucht.

Schließlich bin ich zu einem der Bahnhöfe Tel Avivs aufgebrochen, um meinen Ausflug zu beenden. Das Viertel um die Gleise hat sich wahnsinnig vertraut angefühlt, und hatte was vom Worringer Platz in Düsseldorf. Bahnhöfe scheinen wirklich überall gleich zu sein, und obwohl es deutlich schickere Gegenden gibt, habe ich doch eine Vorliebe für diese Stadtteile.

Wasser!

Vom Bus habe ich mich in Haifa quasi direkt ins Bett fallen lassen. Mein erster Ausflug hat mir total Spaß gemacht und ich habe sehr viel neues, interessantes gesehen. Müde ist man am Ende dann trotzdem.

Gestern hat es zum ersten Mal geregnet in Haifa. Kälter ist es jedoch noch nicht geworden, das Tropenfeeling hält also an. Ich hoffe, auch meine nächsten Ausflüge werden durch meine sympathischen Mitfreiwilligen und die bloße Faszination Israels genauso fantastisch wie mein erster!

Mein erster Tag in Israel und meine Ankunft in Haifa

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Nachdem ich gestern nicht die Ruhe gefunden habe für einen ausführlichen Text zu meiner Ankunft, hatte ich nur einige meiner Fotos hochgeladen. Heute habe ich etwas mehr Zeit, und deshalb folgt jetzt alles, was mir so passiert ist und was mir nach meiner Ankunft direkt aufgefallen ist.

Mein Flug und der Ben-Gurion-Flughafen

Nachdem mich meine Eltern schon um 3 Uhr morgens am Düsseldorfer Flughafen zum letzten Mal umarmt hatten, hatte ich das Vergnügen  4 Stunden lang mit angezogenen Knien im Flugzeug nach Tel Aviv zu sitzen. Das klang jetzt schlimmer als es war, denn vom Platzmangel abgesehen verlief der Flug sehr gut. Kurz vor der Landung hatten wir aus dem Flugzeug eine fantastische Aussicht auf eine Stadt am Mittelmeer-Ufer, und ich konnte einen ersten Blick auf meine temporäre Heimat werfen. Hochhäuser, Strand und Meer haben einen ziemlich guten ersten Eindruck abgegeben...

Nach der Landung ging es im Flughafengebäude jedoch auf die Passkontrolle zu, und an diesem Punkt bekommt wohl jeder Freiwillige weiche Knie. Die Israelis sind nämlich für ihre (nachvollziehbare) Paranoia berüchtigt. Zwei meiner Mitfreiwilligen haben mir später in Haifa erzählt, dass sie durch eine der gefürchteten Befragungen mussten, in denen alle möglichen persönlichen Fragen  gestellt werden. Am unheimlichsten ist jedoch, dass die israelischen Behörden schon wissen wie der Name deiner Cousine buchstabiert wird, und wo dein Vater wohnt! Bei solchen Aussichten hatte ich verständlicherweise kein Interesse an einer unangenehmen Untersuchung.

Glücklicherweise ging dieser Kelch an mir vorüber - dafür musste ich allerdings 90 Minuten in einer Halle rumstehen und auf mein Visum warten. Fotografieren und Filmen war auf dem Flughafengelände übrigens aus Sicherheitsgründen untersagt, deshalb habe ich nichts visuelles von meiner Landung zu zeigen.

Die Fahrt nach Haifa und die Ankunft im Rutenberg-Institut

Nachdem auch die Freiwilligen aus dem Flug nach mir durch die Visavergabe kamen, wartete ein Shuttle nach Haifa auf uns. Über die israelische Autobahn brauchten wir ca. 2 Stunden in Haifa. Die meisten Straßenschilder sind hier zum Glück auf Hebräisch, Arabisch und Englisch, sodass auch ich mich nicht verlaufen kann.

arabisch-hebräisch-englisch

Auto in Israel

Außerdem ist mir aufgefallen, dass in Israel Autos eher nach amerikanischem Muster unterwegs sind. Viele Geländewagen und breite SUVs neben verstaubten Kleinwagen. Ein starker Kontrast also zu den Hochglanz-Limousine in Deutschland. Anders als dort sind hier geländegängige Wagen jedoch auch nötig, das Terrain ist staubig und sehr hügelig.

Hügel in Israel

Entlang der Strände fuhren meine Mit-Freiwilligen und ich auf den Carmel-Berg zu. Hier oben, auf der Spitze des "Stadtberges", liegt meine Einsatzstelle und der Veranstaltungsort unseres Vorbereitungsseminars: Das Rutenberg-Institut. Nach 13-stündiger Reise konnte jedoch jeder von uns nur noch erschöpft in sein Bett fallen und auf das Abendessen in der Kantine warten.

Mit der Zeit trudelten und trudeln auch die anderen Freiwilligen hier ein, teilweise erst um 3 Uhr nachts. So beginnt nun nach unserer Ankunft am Sonntag heute endlich unser Vorbereitungsseminar, und damit auch unser Israeleinsatz.

Ankunft in Israel – Mein erster Eindruck in Bildern

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Ich bin nun endlich, nach langem Flug und noch längerem Warten in Tel Aviv, in Haifa angekommen und sitze gerade im Atrium des Rutenberg-Instituts. Mir fehlt heute Abend leider die Kraft für einen ausfürlichen Artikel, der wird morgen jedoch nachgereicht. Um euch nicht auf die Folter zu spannen, bekommt ihr aber schon mal meine ersten Fotoeindrücke zu sehen. Viel Spaß!