Mein erster Tag in Israel und meine Ankunft in Haifa

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Nachdem ich gestern nicht die Ruhe gefunden habe für einen ausführlichen Text zu meiner Ankunft, hatte ich nur einige meiner Fotos hochgeladen. Heute habe ich etwas mehr Zeit, und deshalb folgt jetzt alles, was mir so passiert ist und was mir nach meiner Ankunft direkt aufgefallen ist.

Mein Flug und der Ben-Gurion-Flughafen

Nachdem mich meine Eltern schon um 3 Uhr morgens am Düsseldorfer Flughafen zum letzten Mal umarmt hatten, hatte ich das Vergnügen  4 Stunden lang mit angezogenen Knien im Flugzeug nach Tel Aviv zu sitzen. Das klang jetzt schlimmer als es war, denn vom Platzmangel abgesehen verlief der Flug sehr gut. Kurz vor der Landung hatten wir aus dem Flugzeug eine fantastische Aussicht auf eine Stadt am Mittelmeer-Ufer, und ich konnte einen ersten Blick auf meine temporäre Heimat werfen. Hochhäuser, Strand und Meer haben einen ziemlich guten ersten Eindruck abgegeben...

Nach der Landung ging es im Flughafengebäude jedoch auf die Passkontrolle zu, und an diesem Punkt bekommt wohl jeder Freiwillige weiche Knie. Die Israelis sind nämlich für ihre (nachvollziehbare) Paranoia berüchtigt. Zwei meiner Mitfreiwilligen haben mir später in Haifa erzählt, dass sie durch eine der gefürchteten Befragungen mussten, in denen alle möglichen persönlichen Fragen  gestellt werden. Am unheimlichsten ist jedoch, dass die israelischen Behörden schon wissen wie der Name deiner Cousine buchstabiert wird, und wo dein Vater wohnt! Bei solchen Aussichten hatte ich verständlicherweise kein Interesse an einer unangenehmen Untersuchung.

Glücklicherweise ging dieser Kelch an mir vorüber - dafür musste ich allerdings 90 Minuten in einer Halle rumstehen und auf mein Visum warten. Fotografieren und Filmen war auf dem Flughafengelände übrigens aus Sicherheitsgründen untersagt, deshalb habe ich nichts visuelles von meiner Landung zu zeigen.

Die Fahrt nach Haifa und die Ankunft im Rutenberg-Institut

Nachdem auch die Freiwilligen aus dem Flug nach mir durch die Visavergabe kamen, wartete ein Shuttle nach Haifa auf uns. Über die israelische Autobahn brauchten wir ca. 2 Stunden in Haifa. Die meisten Straßenschilder sind hier zum Glück auf Hebräisch, Arabisch und Englisch, sodass auch ich mich nicht verlaufen kann.

arabisch-hebräisch-englisch

Auto in Israel

Außerdem ist mir aufgefallen, dass in Israel Autos eher nach amerikanischem Muster unterwegs sind. Viele Geländewagen und breite SUVs neben verstaubten Kleinwagen. Ein starker Kontrast also zu den Hochglanz-Limousine in Deutschland. Anders als dort sind hier geländegängige Wagen jedoch auch nötig, das Terrain ist staubig und sehr hügelig.

Hügel in Israel

Entlang der Strände fuhren meine Mit-Freiwilligen und ich auf den Carmel-Berg zu. Hier oben, auf der Spitze des "Stadtberges", liegt meine Einsatzstelle und der Veranstaltungsort unseres Vorbereitungsseminars: Das Rutenberg-Institut. Nach 13-stündiger Reise konnte jedoch jeder von uns nur noch erschöpft in sein Bett fallen und auf das Abendessen in der Kantine warten.

Mit der Zeit trudelten und trudeln auch die anderen Freiwilligen hier ein, teilweise erst um 3 Uhr nachts. So beginnt nun nach unserer Ankunft am Sonntag heute endlich unser Vorbereitungsseminar, und damit auch unser Israeleinsatz.

Ankunft in Israel – Mein erster Eindruck in Bildern

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Ich bin nun endlich, nach langem Flug und noch längerem Warten in Tel Aviv, in Haifa angekommen und sitze gerade im Atrium des Rutenberg-Instituts. Mir fehlt heute Abend leider die Kraft für einen ausfürlichen Artikel, der wird morgen jedoch nachgereicht. Um euch nicht auf die Folter zu spannen, bekommt ihr aber schon mal meine ersten Fotoeindrücke zu sehen. Viel Spaß!

Abschied

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Ich werde in einer Woche nach Israel fliegen, und dort ein ganzes Jahr bleiben. Es ist deshalb Zeit, Abschied zu nehmen und feiern... Bei allem hin und her ist das doch sehr schade.

Musik, Musik...

Ich habe seit über 10 Jahren Horn gespielt, und musste leider jetzt mein Horn (Das ich immer nur von der Musikschule geliehen hatte) abgeben. My heart! My soul! Spaß beiseite, so etwas zu tun tut wirklich weh.Wenn man 6 Jahre lang diese Ventile geölt und die Züge gefettet hat, und nun aus den Händen geben muss... Qualvoll.

Auch von meinem fantastischen Jugendblasorchester unter dem grandiosen, enthusiastischen Orchesterleiter "Zucki" musste ich mich verabschieden. Unsere Proben und meine Mitspieler werde ich vermissen.

Schließlich musste ich mich auch von meinem langjährigen Lehrer trennen. Kim hat vielleicht einen Fahrstil wie aus GTA, ist aber der lustigste Hornist den ich kenne.

Mein Orchester und meinen Lehrer kann ich zum Glück nächstes Jahr wiedersehen... Nur mein armes Horn bleibt weg (seufz).

It´s time to say goodbye

Am meisten werden mir natürlich meine Freunde und Familie fehlen. Obwohl wir uns wahrscheinlich auch nicht mehr so oft gesehen hätten, wenn ich direkt studiert hätte, wäre ein spontaner Besuch doch erheblich einfacher realisierbar. Und egal wie oft man Abschied feiert, von meinen Onkeln und Tanten, meinen Großeltern, zuletzt meinen Freunden... Weh tut es immer.

Andererseits beruhigt mich dieser Schmerz auch etwas. Wenn ein Abschied nicht wehtut, hätte ich die betreffenden Menschen wohl gar nicht gemocht. Deshalb freut mich die Trauer irgendwie (Paradox, ich weiß). Zum Glück leben wir ja im digitalen Zeitalter, dank Skype, Telegram und Discord verliert man zum Glück nicht den Kontakt.

Wie nimmt man Abschied von einem Ort?

Obwohl ich mit National- oder Lokalpatriotismus nichts anfangen kann, wird mir Düsseldorf irgendwie trotzdem sehr fehlen. Einerseits finde ich die Stadt einfach schön. Viel Grün, einige echt nette Viertel (Pempelfort)... Und natürlich alle möglichen kleinen Orte und Erinnerungen. Abends am Fortuna-Büdchen mit Blick auf die Skyline und den von der Abendsonne beleuchteten Rhein ein Bierchen trinken... Am Rheinufer grillen... Das bunte Bahnhofsviertel... Nachts unter dem Reiterdenkmal stehen... Der Rhein wird mir glaube ich am meisten fehlen.

Obwohl die Lichter der Stadt nachts die Sterne ersticken, und manche gesellschaftliche Düsseldorfer Eigenheit mich abstößt *hust* Kö *hust*, habe ich diese Stadt doch sehr liebgewonnen.

Per Auslandsjahr durch die Welt

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Nach der Schule (oder während des Studiums) denkt sicherlich mittlerweile jeder zumindest einmal darüber nach, ein Auslandsjahr zu absolvieren. Und dafür gibt es gute Gründe: Man taucht in eine fremde Kultur so tief ein wie anders kaum möglich (es sei denn durch Migration) und lernt dabei wahnsinnig interessante Leute aus aller Welt kennen. Die Chance auf eine komplett andere Perspektive auf die Welt gibt es gratis dazu, und für die Anspruchsvollen unter uns auch noch einen Beitrag zur Völkerverständigung. Das ganze mit fantastischer Betreuung, einem Netzwerk an Freiwilligen und finanzieller Unterstützung durch den Staat - Was will ein Weltreisender mehr?

Dieser Artikel hilft dir bei der Planung und Vorbereitung deines Auslandsjahres, anhand meiner Vorbereitungs-Erfahrungen für mein Auslandsjahr in Israel. Los geht´s!

Was hast du eigentlich vor in deinem Auslandsjahr?

Deine Motivation für ein Auslandsjahr beeinflusst deine Anforderungen meistens enorm, deshalb solltest du dir bewusst sein, warum du ein Jahr in einem fremden Land verbringen willst. Du liebst Spanisch, und willst besser sprechen? Dann ist wahrscheinlich für dich wichtig, dass du irgendwo in Südamerika arbeiten kannst. Wer sich auf sein Medizinstudium vorbereitet, sucht nach Einsatzstellen in Krankenhäusern, wer Kinder mag, will in einen Kindergarten, usw. Wenn du weißt, was dir wichtig ist, rate ich dir dazu, bei allen anderen Kriterien möglichst offen zu bleiben.

Zur Verdeutlichung: Jemand, der irgendwo außerhalb Europas mit Jugendlichen arbeiten will, ist erheblich besser zu vermitteln, als jemand, der in Mexiko-Stadt an einer deutschen Schule mit musikalischem Schwerpunkt arbeiten will! Mit Glück und den passenden Fähigkeiten kann man zwar auch sehr spezielle Stellen finden - das ist aber unwahrscheinlich und klappt bei den meisten einfach nicht. Deshalb solltest du wissen, was für dich tatsächlich entscheidend ist, und bei allem anderen flexibel bleiben. Später kannst du eventuell immer noch zwischen verschiedenen Angeboten wählen. Wenn du nun also weißt was du willst, geht es im nächsten Schritt darum, wer dir dabei helfen kann, dein Ziel zu erreichen.

Wie funktioniert ein Auslandsjahr eigentlich?

Deutschland ist glücklicherweise reich an Unterstützung und Angeboten für junge Menschen, die ein Auslandsjahr absolvieren möchten. Bei den ganzen Förderprogrammen und Entsendeorganisationen verliert man leicht den Überblick, deshalb erkläre ich dir kurz die größten Projekte und gebe dir einen Überblick über deren Vor- und Nachteile.

Zu den Grundlagen - Du bewirbst dich bei einer Entsendeorganisation deiner Wahl, die über eines der staatlichen Förderprogramme mehrere Einsatzstellen im Ausland organisiert hat. Der Staat finanziert also meistens die von der Entsendeorganisation verwalteten Projekte, im Gegenzug muss die Entsendeorganisation einige Vorgaben einhalten, die von Förderprogramm zu Förderprogramm variieren.

Fun Fact am Rande: Das "FSJ im Ausland" gibt es so als staatliches Programm nicht.

Die drei größten Förderprogramme sind weltwärts, der IJFD und kulturweit.

Weltwärts

Weltwärts ist ein Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Die meisten Einsatzstellen liegen in Entwicklungsländern, deshalb ist dieses Programm besonders interessant für Leute mit exotischeren Zielorten. Neben einer Haftpflicht- und Krankenversicherung, Unterkunft, Verpflegung und Impfkosten, werden dir auch die Reisekosten bezahlt. Bei diesem Programm finanziert das Ministerium zwar den Großteil der Ausgaben, den Rest muss jedoch die Entsendeorganisation aufbringen. Dafür werden die meisten Freiwilligen um die Gründung eines Spendenkreises gebeten, der monatlich ca. 200 € aufbringen sollte. Dieser Spendenbeitrag ist technisch nicht verpflichtend, wird aber von dir erwartet. Da du von diesem Programm profitieren willst, halte ich es für angebracht, auch dessen Fortführung zu ermöglichen - Du solltest dich also wirklich anstrengen, deinen Spendenbeitrag aufzubringen. Ein wirkliches Manko bei weltwärts ist das Finden einer Entsendeorganisation - es gibt kein zentrales Bewerbungsportal. Du musst also selbst eine Organisation finden, die über weltwärts arbeitet.

IJFD

Der Internationale Jugendfreiwilligendienst (IJFD) des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist weltwärts vom Prinzip her sehr ähnlich. Für beide Programme musst du zwischen 18. und 27. Jahre alt sein. Der IJFD findet jedoch meistens in nicht ganz so exotischen Orten statt, und dein Spendenkreis "muss" nur ca. 100 € aufbringen. Dafür werden deine Reisekosten jedoch nicht bezahlt, und die Bewerbung ist genauso unübersichtlich wie bei weltwärts. Einige Organisationen bieten Einsätze über beide Programme an, auch das DRK, meine Entsendeorganisation. Ich bin übrigens über den IJFD in Israel.

Kulturweit

Kulturweit funktioniert wesentlich anders als die beiden Bundes-Programme weltwärts und IJFD. Initiator ist die deutsche UNESCO-Komission. Die Bewerbung erfolgt zentral auf einer wirklich hübschen Website. Finanziell bekommt ihr nach komplexeren Regeln vor allem Zuschüsse zu Wohnung, Reisekosten etc. Die Liste der Partnerorganisationen ist wesentlich kürzer und sehr hochkarätig, unter anderem der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) oder das Goethe-Institut. Leider sind die meisten Einsatzstellen in den GUS-Staaten und Osteuropa, und nur vereinzelt auf anderen Kontinenten. Als ich dort beim Bewerbungsgespräch war, wollte gefühlt die Hälfte meiner Mitbewerber nach Südamerika, obwohl nur ein, zwei Dutzend Einsatzstellen dort waren. Außerdem kannst du im Vorfeld nur Kontinente bevorzugen oder ausschließen, keine einzelnen Länder. Du hast also in geografischer Hinsicht weniger Wahlmöglichkeiten.

Der Papierkram - Welche Dokumente brauchst du?

In der Regel versorgt deine Entsendeorganisation dich mit einer Liste aller benötigten Dokumente. Mein wichtigster Tipp: Sobald du weißt was du brauchst, besorg es dir! "6 Monate Zeit bis zur Abgabe" klingt zwar, als könntest du alles in Ruhe erledigen - Aber überschätze niemals die Geschwindigkeit einer deutschen Behörde! Für den Auslandseinsatz müssen einige Dokumente (Führungszeugnis...) nochmal beglaubigt werden. Eine Übersetzung müsst ihr auch noch anfertigen lassen, und so kann es schon mal 2 Monate dauern, bis du dann dein unterschriebenes, übersetztes Führungszeugnis mit Apostille in der Hand hältst... Also lass dir nicht zuviel Zeit!

Auch deine finanziellen Angelegenheiten solltest du frühzeitig mit einer Bank abklären. EC-Karten werden außerhalb Europas kaum akzeptiert, weshalb du dir eventuell eine Kreditkarte anschaffen solltest. Empfehlenswert ist auch, vor der Ausreise noch einmal zu allen nötigen ärztlichen Routineuntersuchungen zu gehen, da diese von den Auslandskrankenkassen meistens nicht übernommen werden.

Ich packe meinen Koffer...

Dein physisches Gepäck ist stark abhängig von deinem Zielort. Informiere dich im Vorfeld gut, was du alles benötigen könntest. Für mich steht zum Beispiel Sonnenmilch an oberster Stelle, ein Freiwilliger in Dänemark hat vermutlich eine andere Gepäckliste.

Du solltest außerdem überlegen, dich auch geistig auf deinen Auslandsaufenthalt vorzubereiten. Belege einen Sprachkurs, schaue einen Film aus deinem Einsatzland, lies einen dort spielenden Roman, geh in ein Restaurant mit landestypischer Küche... So gewinnst du einen ersten Eindruck der für dich fremden Kultur - oder kannst nach deinem Auslandsjahr mit voller Befriedigung erzählen, dass dort ja alles doch ganz anders ist als hier gezeigt!

Jetzt wird´s emotional... Ein Auslandsjahr ist ein Jahr ohne dich!

Ein weiterer wichtiger Aspekt deiner Vorbereitung wird der Abschied von Freunden, Verwandten und insgesamt deiner Heimat sein. Das kann ganz schön hart sein, immerhin hast du einen Großteil deines bisherigen Lebens hier verbracht. Lass dir deshalb Zeit. Du wirst ein Jahr lang weg sein. Versuch eventuell mit alten Konflikten aufzuräumen bevor du fährst. Letztlich hängt die Gestaltung aber natürlich von deiner eigenen Emotionalität ab. Behalte aber im Hinterkopf, dass auch für deine Freunde und Familie ein passender Abschied wichtig ist!

Ich hoffe, du fühlst dich jetzt gewappnet und vorbereitet auf dein Auslandsjahr. Wenn du mehr über meine Erlebnisse in Israel erfahren willst, sieh dich doch einfach ein bisschen weiter auf meinem Blog um. Ich wünsche dir viel Erfolg!

Schalom Welt!

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Das ist er also endlich, mein Blog. Hier auf linusafari.com möchte ich über alles schreiben, was mir so in den Sinn kommt, während ich durch die Welt laufe (Fotos gibt´s natürlich auch).

Ein naheliegendes, erstes Thema ist für mich natürlich mein Auslandsjahr in Israel. Ich werde ein Jahr lang in Haifa leben und arbeiten, und möchte gerne meine Erfahrungen und Erlebnisse festhalten und veröffentlichen. Dieser Blog wird jedoch darüber hinaus gehen. Mit der Zeit möchte ich auch meine Gedanken zu anderen Themen hier unterbringen, beispielsweise Gedanken zu gelesenen Texten, oder technische Experimente. Hoffentlich klappt alles so wie ich mir es vorstelle!

Hiermit ist dieser Blog also offiziel geboren und getauft. In guter alter Tradition sollten die ersten Worte ein "Schalom Welt!" sein (Wer schon mal eine Programmiersprache gelernt hat, versteht worum es geht).

Ich hoffe, dass dieser Blog zu etwas schönem und informativem für alle Besucher wird, und dass ihr alle am lesen soviel Spaß habt wie ich am schreiben.

Mach´s gut, Linusafari!

Und euch, meinen Lesern, viel Spaß.